Pyrgos Della-Rokka

Über
Der Pyrgos Della-Rokka ist ein mittelalterliches Wohnturm-Herrenhaus, das zu den greifbarsten Zeugnissen der langen venezianischen Herrschaft über Naxos zählt. Anders als die bekannteren Befestigungen des Kastro in der Naxos-Stadt ist dieser Pyrgos – das griechische Wort für Turm – ein Bauwerk, auf das man eher beiläufig stößt: Seine dicken Steinmauern und seine senkrechte Silhouette erzählen von feudalen Grundherren, von Wehrarchitektur und von einer Inselpolitik, die sich über mehrere Jahrhunderte erstreckte.
Die Familie Della-Rocca gehörte zu den lateinisch-katholischen Dynastien, die nach dem Vierten Kreuzzug, der Anfang des 13. Jahrhunderts die Ägäis für die venezianische Expansion öffnete, über Teile von Naxos herrschten. Wohntürme wie dieser erfüllten eine doppelte Funktion: Sie waren befestigte Wohnsitze, die bei Überfällen Schutz boten, und sie waren zugleich Statussymbole in einer Landschaft, in der Grundbesitz gleichbedeutend mit Macht war.
Was Sie erwartet
Das Bauwerk ist ein klassischer kykladischer Pyrgos – ein hohes, schmales Steinherrenhaus, das ebenso zur Verteidigung wie zum Wohnen errichtet wurde. Die dicken Außenmauern, die kleinen Fenster in den unteren Geschossen und die markante senkrechte Form sind allesamt typisch für diesen Bautyp, den man auf Naxos und auf benachbarten Inseln wie Paros und Syros findet. Aus der Ferne hebt sich der Turm klar von der naxiotischen Landschaft ab; aus der Nähe vermitteln Mauerwerk und Proportionen einen Eindruck davon, wie autark diese aristokratischen Anwesen waren.
Die Koordinaten verorten die Stätte im Inselinneren von Naxos, abseits des belebten Hafengebiets – das bedeutet ruhigere Umgebung, und die landwirtschaftlich geprägte Landschaft des Inselinneren gehört zum Erlebnis dazu. Ob das Innere für die Öffentlichkeit zugänglich ist, wird durch die verfügbaren Quellen nicht bestätigt; Besucher sollten den Turm als architektonisches Wahrzeichen von außen betrachten, sofern aktuelle Informationen vor Ort nichts anderes nahelegen.
Anfahrt
Der Turm liegt im Inselinneren von Naxos, ungefähr nordöstlich der zentralen Ebene der Insel. Von der Naxos-Stadt (Chora) aus führt der einfachste Weg mit dem Auto oder Roller – die Straßen im Inselinneren sind in der Regel gut ausgeschildert und befahrbar, und die GPS-Koordinaten (37.0486, 25.4318) leiten Sie direkt dorthin. Die Fahrt von Chora dauert je nach genauer Route etwa 10–15 Minuten.
Der öffentliche Busverkehr auf Naxos bedient die wichtigsten Dörfer, jedoch nicht jeden ländlichen Ort; prüfen Sie den Fahrplan der KTEL Naxos, bevor Sie sich für diesen Standort darauf verlassen. Auch das Fahrrad ist eine Option für alle, die mit etwas Höhenunterschied auf den Landstraßen zurechtkommen.
Parkmöglichkeiten in der Nähe ländlicher naxiotischer Wohntürme sind in der Regel informell – typisch ist ein Seitenstreifen am Straßenrand. Es gibt keine Hinweise auf einen offiziellen Parkplatz oder ein Tickethäuschen an dieser Stätte.
Beste Reisezeit
Frühling (April bis Juni) und Frühherbst (September bis Oktober) sind die angenehmsten Jahreszeiten, um das Inselinnere von Naxos zu erkunden. Die Temperaturen sind moderat, das Licht eignet sich gut zum Fotografieren, und die Menschenmengen, die sich im Juli und August an den Stränden der Insel sammeln, sind an den historischen Stätten im Landesinneren weitgehend abwesend.
Das Licht am späten Vormittag bringt Steinarchitektur in der Regel gut zur Geltung. Meiden Sie im Juli und August die Mittagshitze, wenn Sie um das Bauwerk herumgehen möchten. Die Stätte liegt im Freien, sodass es im üblichen Sinne keine wetterbedingte Schließung gibt – allerdings kann starker Winterregen die ländlichen Wege schlammig machen.
Die venezianischen Türme von Naxos: Hintergrund
Auf Naxos sind mehr Wohntürme aus venezianischer Zeit erhalten als auf fast jeder anderen Kykladeninsel – eine unmittelbare Folge des Herzogtums Archipelagos, des von Marco Sanudo 1207 gegründeten Feudalstaats, der Land an katholische Adelsfamilien verteilte, die daraufhin Pyrgi als ihre lokalen Machtsitze errichteten. Der Name Della-Rocca taucht über mehrere Generationen hinweg in den Aufzeichnungen der Insel auf, und die Besitzungen der Familie waren Teil des komplexen Geflechts lateinischer und griechischer Beziehungen, das die naxiotische Gesellschaft prägte, bis 1566 die osmanische Herrschaft anbrach.
Zu den weiteren bemerkenswerten Türmen der Insel zählen der Pyrgos Bellonia bei Galanado und die mit der Familie Bazeos verbundenen Turmanlagen. Mehr als einen zu besuchen vermittelt einen guten Eindruck davon, wie sich die Bauform entwickelte und wie unterschiedliche Familien ihren Status durch Architektur zum Ausdruck brachten.
Tipps für den Besuch
- Nehmen Sie eine gedruckte oder offline verfügbare Karte mit: Der Mobilfunkempfang kann auf den Straßen im Inselinneren von Naxos lückenhaft sein.
- Tragen Sie festes Schuhwerk, wenn Sie die nähere Umgebung erkunden möchten; der Boden rund um ländliche Stätten ist oft uneben.
- Verbinden Sie diesen Stopp mit einer Fahrt durch die Tragaea-Ebene, das Oliven- und Marmorherzland von Naxos, das in derselben Gegend liegt.
- Den Turm besucht man am besten als Teil einer selbst geplanten Rundfahrt durchs Inselinnere und nicht als eigenständigen Ausflug von der Küste aus.
- Respektieren Sie etwaige Grenzen von Privatgrundstücken – einige Pyrgi auf Naxos befinden sich nach wie vor in Privatbesitz und sind nicht zur Besichtigung geöffnet.
- Besuche am frühen Morgen im Sommer halten Sie der Hitze einen Schritt voraus und sorgen für klareres Licht für Ihre Fotos.
Standort
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