Pyrgos tou Massena

Über
Der Pyrgos tou Massena ist einer der befestigten Herrschaftstürme, die der lateinische Adel während der Jahrhunderte venezianischer Herrschaft überall auf Naxos errichtete. Diese Pyrgoi – das griechische Wort für Türme – waren die Prestigearchitektur des Herzogtums Naxos, und eine ganze Reihe von ihnen steht noch heute auf der Insel, verstreut über Bergdörfer und Ackerland gleichermaßen. Dieser besondere Turm trägt den Namen der Familie Massena, eines der katholischen Geschlechter venezianischer Abstammung, die bis weit in die Neuzeit hinein Land auf Naxos kontrollierten.
Das Bauwerk liegt an Koordinaten, die es dem weiteren Gebiet der Naxos-Stadt zuordnen, wahrscheinlich innerhalb oder nahe des Viertels Kastro oder der es umgebenden Stadtteile der Chora, wo mehrere weitere venezianische Türme und Adelsresidenzen in unterschiedlichem Erhaltungszustand die Zeiten überdauert haben. Er bietet eine greifbare Verbindung zu den rund drei Jahrhunderten – von 1207 bis 1566 –, in denen das Herzogtum Naxos die Architektur, die Gesellschaftsordnung und die Ortsnamen der Insel prägte.
Was Sie erwartet
Der Pyrgos tou Massena ist ein historischer Herrschaftsturm und kein klassisches Museum oder Touristenziel mit Führungen und Eintrittskarten. Erwarten Sie den Anblick eines steinernen Turmbaus, wie er für die venezianische Wehr- und Wohnarchitektur auf Naxos typisch ist: dicke Mauern, ein kompakter Grundriss und eine Höhe, die ebenso sehr dem Status wie der Sicherheit diente. Die Türme dieser Epoche erhoben sich in der Regel über zwei bis vier Stockwerke und wurden aus dem reichlich vorhandenen heimischen Marmor und Schiefer der Insel erbaut.
Ob das Innere für die Öffentlichkeit zugänglich ist, ist nicht gesichert – viele der erhaltenen Türme von Naxos befinden sich in Privatbesitz oder sind für den Zutritt geschlossen, und ihr Wert liegt im Äußeren und in dem historischen Kontext, den sie vermitteln. Wer mit dieser Erwartung kommt, wird nicht enttäuscht: Architektur und Lage sind der eigentliche Reiz.
Anfahrt
Die Koordinaten (37.0685, 25.4476) verorten den Pyrgos tou Massena in geringer Entfernung zur Naxos-Stadt (Chora). Wenn Sie sich bereits in der Chora befinden, gehen Sie in Richtung des Kastro-Hügels, des ummauerten mittelalterlichen Viertels, das oberhalb des Hafens liegt. Das Kastro und seine umliegenden Gassen weisen die höchste Dichte an Bauwerken aus venezianischer Zeit auf der Insel auf, und der Turm ist wahrscheinlich vom Hauptplatz (Plateia Protodikiou) aus in zehn bis fünfzehn Minuten zu Fuß erreichbar.
Mit dem Auto oder Roller parken Sie auf den Parkplätzen am Hafen unterhalb des Kastro und gehen zu Fuß hinauf – in die alten Gassen hineinzufahren ist nicht praktikabel. Linienbusse aus anderen Teilen der Insel enden an der Bushaltestelle von Naxos-Stadt nahe dem Hafen, von der aus das Kastro über einen unkomplizierten Aufstieg zu Fuß erreichbar ist. Eine Anreise per Boot ist für diesen im Inselinneren gelegenen Ort nicht relevant.
Beste Reisezeit
Die venezianischen Türme von Naxos sind Sehenswürdigkeiten unter freiem oder halb offenem Himmel, weshalb Besuche am Morgen im Sommer die größte Hitze vermeiden. Das Licht im Kastro-Viertel ist besonders schön in der Stunde nach Sonnenaufgang und am späten Nachmittag, wenn der Stein einen warmen Ton annimmt. Der Andrang in den Gassen des Kastro erreicht im Juli und August am späten Vormittag seinen Höhepunkt; ein früher Aufbruch beschert Ihnen die Gassen weitgehend für sich allein.
Der Frühling (April bis Juni) und der frühe Herbst (September bis Oktober) sind die angenehmsten Jahreszeiten für Erkundungen zu Fuß. Der Winter ist ruhig – viele auf den Tourismus ausgerichtete Betriebe in der Chora schließen –, doch die Architektur bleibt unverändert und die Straßen sind still.
Tipps für den Besuch
- Mit dem Kastro verbinden: Das ummauerte Kastro-Viertel ist nur fünf Gehminuten entfernt und beherbergt das Venezianische Museum Della Rocca-Barozzi, die katholische Kathedrale und mehrere weitere Türme. Ein konzentrierter Vormittag deckt sie alle ab.
- Halten Sie nach dem Familienwappen Ausschau: Venezianische Herrschaftstürme auf Naxos bewahren oft gemeißelte Wappendetails über den Türen. Prüfen Sie Türsturz und Fassade auf erhaltene Steinmetzarbeiten.
- Tragen Sie geeignetes Schuhwerk: Die Gassen rund um das Kastro sind kopfsteingepflastert und uneben. Sandalen ohne Profil sind unbequem.
- Nehmen Sie Wasser mit: Am Eingang des Kastro gibt es Cafés, doch tief in den alten Gassen sind die Möglichkeiten mitten am Tag rarer.
- Fotografieren Sie im Kontext: Der Turm wirkt am besten in einem Bildausschnitt, der die umgebende Gasse oder Dachlandschaft einbezieht – Nahaufnahmen kahler Steinmauern verlieren Maßstab und Umgebung.
Historischer Hintergrund
Naxos geriet 1207 unter lateinische Herrschaft, als Marco Sanudo, ein venezianischer Adliger, die Insel im Gefolge des Vierten Kreuzzugs in Besitz nahm und das Herzogtum Naxos gründete. Auf die Dynastie der Sanudo folgte die Familie Crispi, und 1566 fiel die Insel an das Osmanische Reich – wenngleich die katholischen Adelsfamilien, darunter Geschlechter venezianischer Abstammung wie die Massena, auf der Insel blieben und ihren Landbesitz noch Generationen lang behielten.
Der Pyrgos als Bautyp war eine Anpassung italienischer Wohnturmtraditionen an die Ägäis. Auf Naxos dienten die Türme als Verwaltungs- und Wohnzentren der Latifundien, der großen landwirtschaftlichen Güter, die an lateinische Adlige verliehen wurden. Der Turm der Familie Massena ist ein Baustein dieser längeren Geschichte, und sein Fortbestand – selbst in reduzierter oder veränderter Form – macht ihn zu einem lesbaren Stück der vielschichtigen Vergangenheit der Insel.
Standort
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