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Agios Marcos

Kirchen
Paros
Agios Marcos - 1
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Über

Agios Marcos ist eine kleine orthodoxe Kapelle auf Paros, die dem Evangelisten Markus geweiht ist — eines von Hunderten weiß getünchten Sakralbauten, die über die Kykladen verstreut sind, aber eines, das die stille Würde besitzt, die für die ländliche Frömmigkeit der griechischen Inseln so typisch ist. Ihre Lage im westlichen Inselinneren von Paros, abseits der großen Touristenrouten von Parikia und Naoussa, sorgt dafür, dass ein Besuch hier entspannt und weitgehend frei von Menschenmengen verläuft.

Wie die meisten einschiffigen Kapellen der Insel dient Agios Marcos der umliegenden Gemeinde vermutlich am Festtag des heiligen Markus (25. April) und womöglich zu weiteren Anlässen im Laufe des orthodoxen Kirchenjahres. Außerhalb dieser Feierlichkeiten ist sie ein ruhiger Orientierungspunkt in der Landschaft — die Art von Ort, an dem ein Reisender, der auf einer nahen Straße vorbeikommt, für fünf Minuten Schatten und Stille innehalten könnte.

Paros zählt über 350 Kirchen und Kapellen, von der prächtigen Basilika Ekatontapyliani in Parikia bis hin zu den kleinsten, nur zu Fuß erreichbaren Einraum-Heiligtümern. Agios Marcos gehört eindeutig zur letzteren Kategorie: bescheiden in der Größe, lokal im Charakter und gerade deshalb lohnend, weil sie nichts von einem verlangt.

Was Sie erwartet

Agios Marcos folgt der typischen kykladischen Kapellenform: ein würfelförmiger, weiß getünchter Bau mit einem kleinen Glockenbogen oder -türmchen, einer einzigen Holztür in Blau oder Dunkelgrün und einem Inneren, das nicht größer ist als ein geräumiges Wohnzimmer. Der Boden besteht meist aus Stein oder Fliesen, die Wände sind schlicht bis auf eine einfache Ikonostase — die geschnitzte Holzwand, die das Kirchenschiff vom Altarraum trennt — sowie eine oder zwei gerahmte Ikonen des heiligen Markus neben der Gottesmutter und Christus.

Das Äußere wird von einheimischen Händen gut gepflegt, denn selbst die kleinsten parischen Kapellen werden von Familien oder Freiwilligen der Gemeinde betreut, die die Schwelle kehren, vor den Festtagen die Wände weißen und im Inneren ein kleines Öllämpchen am Brennen halten. Das umgebende Gelände ist oft von einer niedrigen Steinmauer umfriedet, und eine einzelne Zypresse oder ein Olivenbaum spendet in der Nähe Schatten.

Da diese Kapelle im Inselinneren und nicht in einem Dorfzentrum liegt, ist die unmittelbare Umgebung wahrscheinlich landwirtschaftlich oder halbwild geprägt — Trockenmauern, terrassierte Felder, Buschvegetation und das leise Rauschen des Windes, der im Sommer von Norden über Paros zieht. Die Aussicht öffnet sich in diesem Teil der Insel meist zum zentralen Höhenzug von Paros, und an klaren Tagen ist die Ägäis sichtbar.

Eine Besucherinfrastruktur gibt es hier nicht: kein Ticketschalter, keine Beschilderung, kein Café in der Nähe. Die Tür kann verschlossen sein oder auch nicht. Ist sie offen, treten Sie leise ein, lassen Sie Ihre Augen sich an das gedämpfte Licht gewöhnen und beachten Sie die üblichen Gepflogenheiten griechisch-orthodoxer Kapellen.

Anfahrt

Agios Marcos liegt bei etwa 37,0508° N, 25,2465° O, also im westlichen Inselinneren von Paros, grob im Gebiet zwischen Parikia und den zentralen Dörfern. Am praktischsten erreichen Sie die Kapelle mit einem Mietwagen oder Roller, der Ihnen die Freiheit gibt, das Netz unbeschilderter Landstraßen der Insel zu erkunden. Fahren Sie von Parikia aus auf Nebenstraßen generell in Richtung Osten oder Südosten ins Inselinnere; die Kapelle erscheint womöglich nicht in allen Navigations-Apps, weshalb die Eingabe der reinen Koordinaten in Google Maps oder Maps.me der zuverlässigste Weg ist.

Zu Fuß ist die Gegend von nahegelegenen Dörfern aus erreichbar, wobei die genaue Wegstrecke davon abhängt, welche Ortschaft am nächsten liegt. Paros verfügt im Inselinneren über ein gutes Netz von Kalderimi (traditionelle, mit Stein gepflasterte Pfade), und örtliche Wanderkarten, die in den Tourismusbüros in Parikia oder Naoussa erhältlich sind, verzeichnen Kapellen mitunter als Wegpunkte.

Das KTEL-Busnetz verbindet Parikia mit Naoussa, Lefkes, Aliki und anderen größeren Dörfern, doch in der Nähe ländlicher Kapellen gibt es selten Haltestellen. Ein Bus zum nächstgelegenen Dorf und anschließend ein kurzer Fußmarsch sind möglich; ein Mietfahrzeug ist einfacher.

Parken ist, wo die Straße es zulässt, informell — fahren Sie an den Randstreifen, ohne einen Feldweg zu blockieren.

Beste Reisezeit

Der Festtag des heiligen Markus fällt im orthodoxen Kalender auf den 25. April, der in Griechenland mit dem nationalen Feiertag zum Gedenken an den Beginn des Unabhängigkeitskrieges von 1821 zusammenfällt — oder ihm zumindest nahekommt. Falls in Agios Marcos ein lokales Panigiri (Festtagsfeier) stattfindet, ist dies der Tag des Besuchs: Möglicherweise gibt es morgens eine Liturgie, gefolgt von Speisen und Musik im Hof oder in der Nähe. Fragen Sie Einheimische in den umliegenden Dörfern, ob eine Feier geplant ist; solche Veranstaltungen werden online kaum angekündigt.

Für einen ruhigen Besuch eignet sich jeder Vormittag zwischen Mai und Oktober gut. Kommen Sie vor 10:00 Uhr, um der größten Hitze des parischen Sommers zu entgehen; am späten Vormittag können die Temperaturen im Inselinneren im Juli und August 35 °C übersteigen. Das Licht am frühen Morgen ist zudem ideal, um die weiß getünchte Architektur zu fotografieren.

Frühling (April–Mai) und Frühherbst (September–Oktober) bieten die angenehmsten Bedingungen, um ländliche Kapellen zu Fuß zu erkunden: Die Temperaturen sind mild, die Vegetation ist am vielfältigsten und die Insel ist weniger überlaufen als im Hochsommer.

Tipps für den Besuch

  • Nutzen Sie Koordinaten zur Navigation. Apps wie Google Maps, Maps.me oder OsmAnd akzeptieren die direkte Eingabe von Breiten- und Längengrad; dies ist der zuverlässigste Weg, um eine kleine ländliche Kapelle zu finden, die möglicherweise nicht unter ihrem Namen verzeichnet ist.
  • Kleiden Sie sich vor der Ankunft angemessen. Schultern und Knie sollten beim Betreten jeder orthodoxen Kirche bedeckt sein. Tragen Sie einen leichten Schal oder eine zusätzliche Lage in Ihrer Tasche bei sich, wenn Sie während einer Wander- oder Autotour durch das Inselinnere Kapellen besuchen möchten.
  • Prüfen Sie, ob die Tür offen ist, bevor Sie einen Besuch im Inneren planen. Ländliche Kapellen sind außer an Festtagen und während angesetzter Liturgien oft verschlossen. Das Äußere und die Lage sind den Halt selbst dann wert, wenn das Innere geschlossen ist.
  • Bringen Sie eigenes Wasser mit. An oder in der Nähe dieser Kapelle gibt es keine Einrichtungen. Paros ist im Sommer heiß und trocken; eine Flasche Wasser ist auf jedem Ausflug ins Inselinnere unverzichtbar.
  • Wahren Sie die Stille. Wenn eine Kerze brennt oder ein Einheimischer im Gebet anwesend ist, warten Sie draußen oder bewegen Sie sich leise. Die Kapelle ist keine Touristenattraktion im kommerziellen Sinne — sie ist ein aktiver Ort der Andacht für die umliegende Gemeinde.
  • Verbinden Sie den Besuch mit nahegelegenen Bergdörfern. Die im Inselinneren gelegenen Ortschaften von Paros — Lefkes, Prodromos, Kostos, Marpissa — sind architektonisch eindrucksvoll und wenig besucht. Eine Rundtour durch das Inselinnere, die Agios Marcos zusammen mit ein oder zwei Dörfern einschließt, ergibt einen lohnenden halben Tag fernab der Küste.
  • Fotografieren Sie von außen. Fotografieren im Inneren aktiver orthodoxer Kapellen ist nicht immer erwünscht, besonders in der Nähe der Ikonostase. Fragen Sie im Zweifel nach oder fotografieren Sie nur das Äußere.
  • Halten Sie nach der Ikone des Schutzheiligen Ausschau. Ist die Kapelle geöffnet, wird die Ikone des heiligen Markus — traditionell dargestellt als geflügelter Löwe oder als Evangelist, der sein Evangelium schreibt — gut sichtbar nahe der Ikonostase oder auf ihr platziert sein.

Über den Heiligen

Der Evangelist Markus wird sowohl in der ostorthodoxen als auch in der römisch-katholischen Tradition als Verfasser des zweiten Evangeliums verehrt, das das kürzeste und unmittelbarste der vier kanonischen Berichte über das Leben Jesu ist. In der orthodoxen Ikonographie wird Markus mit dem Symbol des geflügelten Löwen verbunden, einem der vier Wesen, die in der Offenbarung des Johannes beschrieben und von der frühchristlichen Tradition jedem der vier Evangelisten zugeordnet werden.

Markus soll ein Gefährte des Apostels Petrus in Rom gewesen sein und ausgedehnte Reisen durch den östlichen Mittelmeerraum unternommen haben. Traditionell wird ihm die Gründung der Kirche in Alexandria in Ägypten zugeschrieben, wo er als Märtyrer verehrt wird. Sein Festtag im orthodoxen Kalender — der 25. April — wird in ganz Griechenland mit Liturgien in den Kirchen begangen, die seinen Namen tragen.

In den Kykladen sind dem heiligen Markus geweihte Kapellen vergleichsweise selten im Vergleich zu jenen, die dem heiligen Nikolaus, dem heiligen Georg oder der Panagia (Jungfrau Maria) gewidmet sind. Eine Kapelle, die seinen Namen im ländlichen Paros trägt, deutet auf eine spezifische lokale Weihung hin, möglicherweise verbunden mit einer Gründerfamilie, einer Landschenkung oder einem historischen Ereignis, das die örtliche mündliche Überlieferung noch bewahren mag. Die Dorfältesten der Umgebung wären die beste Quelle für eine solche Geschichte.

Standort

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