Levantis

Über
Das Levantis liegt in der Gravari-Straße im Castro-Viertel von Parikia, dem weiß getünchten mittelalterlichen Herzen der Stadt Paros. Das Restaurant besteht seit über 40 Jahren, und sein Mittelpunkt ist ein zweihundert Jahre alter Weinstock, der sich über einen offenen Innenhof spannt, im Sommer Schatten über die Tische wirft und bis Ende August schwer von purpurnen Trauben hängt. Es ist keine Taverne im herkömmlichen Sinne — Küchenchef Giorgios Mavridis nimmt griechische und allgemein mediterrane Zutaten und wendet eine zeitgemäße Technik auf sie an, sodass sich die Karte anders liest als bei den Lokalen mit gegrilltem Fisch und Horiatiki unten am Hafen.
Die Adresse liegt nur einen kurzen Spaziergang von den Mauern des fränkischen Kastells entfernt, tief genug in der Altstadt, dass man durch schmale Kopfsteinpflastergassen geht, um es zu erreichen. Dieser kleine Umweg filtert die rein zufällige Laufkundschaft heraus. Die meisten Gäste hier haben sich das Lokal vorab herausgesucht, was einen gewissen Ton vorgibt: Das Tempo ist gemächlich, die Tische stehen angemessen weit auseinander, und der Service ist auf das Essen als Abfolge ausgerichtet, nicht als bloße Abwicklung.
Das Levantis hält eine Bewertung von 4,5 bei 250 Google-Rezensionen — ein solides Signal für ein Restaurant in einem hart umkämpften Inselrestaurant-Markt — und ist von Montag bis Samstag von 18:30 Uhr bis Mitternacht geöffnet. Der Sonntag ist Ruhetag.
Was Sie erwartet
Der wichtigste Anziehungspunkt ist der Innenhof selbst. Der alte Weinstock über den Köpfen ist nicht bloß symbolisch dekorativ — er bildet ein echtes Blätterdach, und an warmen Abenden auf Paros schafft die Kombination aus gedämpftem Licht, Steinmauern und grünem Laub eine Atmosphäre, die der Ort selbst hervorbringt und die nicht künstlich erzeugt wirkt. Für kühlere oder regnerische Abende grenzt ein geschützter Innenraum an den Garten, sodass eine Reservierung über fast die gesamte Saison hinweg sinnvoll ist.
Die Küche wird vom Restaurant als zeitgemäße Cuisine beschrieben, die traditionelle griechische Gerichte mit modernen mediterranen Akzenten verbindet. Nach den verfügbaren Angaben zur Karte ist der Ansatz präzise: Zu den Vorspeisen zählen salzgereifte Makrele mit gegrilltem Blumenkohl, Kartoffel-Kapern-Dill-Salat sowie dünn aufgeschnittenes, krautummanteltes Rindfleisch mit Blattgemüse, Zwiebelmarmelade und Wasabi-Öl. Keines dieser Gerichte ist eine gewöhnliche kykladische Vorspeise, und die Geschmackskombinationen lassen auf eine Küche schließen, die ernsthaft auf Kontrast und Balance achtet.
Die Hauptgerichte folgen derselben Logik: in Joghurt umhülltes Kaninchenragout mit Olive und Aubergine sowie Linguine mit gerösteten Kirschtomaten und Sardinen stehen für jene Art des Kochens, die genau zwischen einer traditionellen griechischen Küche und einer modernen europäischen liegt. Die Dessertkarte reicht bis zu Zubereitungen mit griechischem Thymianhonig und hält damit die Bezugsquellen lokal, selbst wenn es die Technik nicht ist. Die Präsentation ist ein erklärtes Anliegen von Küchenchef Mavridis, daher sind die Portionen eher komponiert als üppig.
Die Aufteilung zwischen drinnen und draußen bedeutet, dass das Restaurant von Spätfrühling bis Frühherbst komfortabel funktioniert. An einem stillen Augustabend ist der Innenhof der Ort, an dem man sein möchte.
Anfahrt
Das Levantis befindet sich in der Gravari-Straße im Castro-Viertel von Parikia, der Altstadt, die rund um und innerhalb der Ruinen einer venezianischen Festung aus dem 13. Jahrhundert erbaut wurde. Vom Fähranleger des Haupthafens geht man landeinwärts entlang der Uferpromenade und biegt dann in die Altstadt ein — das Castro-Viertel ist deutlich ausgeschildert und liegt etwa 10–15 Gehminuten vom Hafen entfernt.
Parikia ist der Hauptort und Fährknotenpunkt von Paros. Busse aus Naoussa, Aliki, Golden Beach und anderen Teilen der Insel enden am zentralen Busbahnhof von Parikia, der nahe der Uferpromenade liegt, sodass das Lokal von den meisten Teilen der Insel aus unkompliziert zu erreichen ist. Taxis aus Naoussa oder vom Flughafen brauchen etwa 10–15 Minuten.
Die Parkmöglichkeiten im Zentrum von Parikia sind begrenzt. Wenn Sie aus einem anderen Teil der Insel anreisen, ist es am praktischsten, das Fahrzeug in der Nähe des Hafens oder an der Straße vor der Altstadt abzustellen und den Rest zu Fuß zu gehen. Die schmalen Gassen des Castro-Viertels sind mit dem Auto nicht befahrbar. Die Kopfsteinpflastergassen, die zum Restaurant führen, sind uneben, was für alle mit eingeschränkter Mobilität erwähnenswert ist.
Beste Besuchszeit
Das Levantis öffnet um 18:30 Uhr, was gut zum kykladischen Essrhythmus passt — die meisten Besucher von Paros essen später, als sie es zu Hause tun würden, wobei die abendliche Hauptmahlzeit zwischen 20:00 Uhr und 22:00 Uhr liegt. Wer zur Öffnungszeit kommt, hat die besten Chancen, den Wunschtisch im Innenhof ohne lange Wartezeit zu bekommen, und das Licht zu dieser Stunde im Sommer — noch golden und warm — kommt im Freien besonders gut zur Geltung.
Das Restaurant hat während der Hauptsaison geöffnet, die auf Paros etwa von Ende April bis Oktober dauert. Der August ist auf Paros der Hochsaisonmonat, wenn der Fährverkehr am stärksten ist und die Unterkünfte sich rasch füllen. Reservierungen sind im Juli und August dringend ratsam und im Juni und September empfehlenswert. Das Restaurant ist sonntags geschlossen.
Auf Paros weht im Juli und August der Meltemi — ein beständiger Nordwind, der die Abende erheblich abkühlt. Der von alten Steinmauern geschützte Innenhof fängt ihn besser ab als ungeschützte Terrassen am Meer. Wenn der Wind deutlich auffrischt, bietet der angrenzende Innenraum eine Alternative, ohne dass Sie das Essen abbrechen müssen.
Tipps für den Besuch
- In der Hochsaison im Voraus reservieren. Der Innenhof hat begrenzte Plätze und das Restaurant ist gut bekannt. Reservierungen für Juli und August sollten einige Tage im Voraus erfolgen, für Juni und September idealerweise ein bis zwei Tage vorher. Rufen Sie +30 2284 023613 an oder besuchen Sie die Website unter levantisrestaurant.com.
- Bitten Sie bei der Reservierung um einen Tisch im Innenhof. Geben Sie an, dass Sie unter dem Weinblätterdach sitzen möchten — es ist das prägende Merkmal des Ortes und sollte ausdrücklich erbeten und nicht dem Zufall überlassen werden.
- Sonntags geschlossen. Das Levantis öffnet sonntags nicht. Wenn Ihr Reiseplan Sie an einem Sonntagabend nach Parikia führt, sollten Sie entsprechend planen.
- Kleiden Sie sich etwas schicker. Dies ist keine lässige Strandtaverne. Leichtes Smart-Casual — Leinenhose, ein Kleid — passt zum Stil, ohne an einem warmen Inselabend deplatziert zu wirken.
- Die Vorspeisen sind gehaltvoll. Die Beschreibungen auf der Karte legen nahe, dass die Vorspeisen komponiert und sättigend sind. Zwei Gänge pro Person dürften ausreichen, sofern Sie keinen sehr großen Appetit haben.
- Das Castro lohnt sich, früher zu kommen und es zu erkunden. Nehmen Sie sich 20–30 Minuten vor Ihrer Reservierung Zeit, um durch die Gassen rund um das fränkische Kastell zu schlendern. Das Viertel ist für sich genommen sehenswert, und der Spaziergang stimmt gut auf den Abend ein.
- Die Anreise gehört zum Erlebnis. Der Zugang über die Kopfsteinpflastergasse ist schmal und stimmungsvoll. Wenn Sie mit kleinen Kindern im Kinderwagen unterwegs sind oder erhebliche Mobilitätseinschränkungen haben, sollten Sie die unebenen Steinflächen in Ihre Planung einbeziehen.
- Auf saisonale Schließungen achten. Wie die meisten Restaurants auf den griechischen Inseln ist das Levantis saisonal geöffnet. Wenn Sie außerhalb des Zeitraums von Juni bis September anreisen, vergewissern Sie sich direkt, dass das Restaurant geöffnet ist, bevor Sie Ihre Pläne darauf ausrichten.
Was man bestellen sollte
Nach den verfügbaren Angaben zur Karte liegen die Stärken der Küche offenbar bei den Vorspeisen und den Fleisch- und Fischhauptgerichten. Die salzgereifte Makrele mit gegrilltem Blumenkohl, Kartoffel-Kapern- und Dill-Salat ist eine einfallsreiche Eröffnung, die das Interesse der Küche am Texturkontrast verrät — weicher gereifter Fisch gegen geröstetes Gemüse, scharfe Kapern gegen milde Kartoffel. Das krautummantelte, aufgeschnittene Rindfleisch mit Wasabi-Öl ist ähnlich um den Kontrast herum komponiert und neigt im abschließenden Öl leicht ins Japanische, was in einem griechischen Inselkontext ungewöhnlich, aber nicht unstimmig wirkt.
Bei den Hauptgerichten ist das in Joghurt umhüllte Kaninchenragout mit Olive und Aubergine genau die Art Gericht, die zeigt, was Küchenchef Mavridis vorhat: Kaninchen ist ein traditionell griechisches Fleisch, Joghurt eine klassische griechische Zutat, doch die Ragout-Behandlung und die Kombination mit eingelegter Olive und gerösteter Aubergine rücken es ins Zeitgemäße. Die Sardinen-Linguine mit gerösteten Kirschtomaten ist eine leichtere Option, die die mediterrane Verankerung deutlicher beibehält.
Die Dessertkarte verweist auf griechischen Thymianhonig, eine der unverwechselbarsten Zutaten, die die Kykladen hervorbringen. In welcher Form er auch auf der Karte erscheint, er ist eine Bestellung wert, wenn Sie honigbasierte Desserts mögen — ägäischer Thymianhonig hat eine besondere aromatische Qualität, die sich deutlich von gewöhnlichen handelsüblichen Sorten unterscheidet.
Das Levantis führt eine Weinkarte; Paros selbst erzeugt Wein — insbesondere Rotweine aus den lokalen Rebsorten Monemvasia und Mandilaria —, sodass die Bitte um eine lokale parianische Flasche eine vernünftige und regional stimmige Wahl ist.
Öffnungszeiten
Standort
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